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    Das FENDER-SONDERHEFT von GITARRE BASS mit Stories, Workshops und Testberichten rund um das legendäre Instrument.

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    Geschrieben von Franz Holtmann, Artikel aus dem Archiv, zuletzt aktualisiert am
    1951 erblickte die „Mutter aller Brettgitarren“ nach einigen Komplikationen bei der Geburt unter ihrem endgültigen Namen gemeinsam mit dem tief tönenden Bruder Precision Bass das Licht der Welt und sollte sich als bemerkenswerter Evergreen erweisen. Solange die E-Gitarre eine Rolle spielt, wird die Telewohl mithalten, sich einmischen, mit gutem Recht auf ihre unbestreitbaren Verdienste verweisen, mancher Konkurrentin ohne Mühe die Leviten lesen, wenn nicht gar in die Ecke stellen.
    Dabei ist die Fender Telecasterscheinbar doch von so großer Einfachheit, dass es auch von ungelernten Arbeitskräften zusammengebaut werden kann – ein flaches Brett mit aufgeschraubtem Hals und zwei Pickups, basta. Dennoch Volltreffer: Wenn etwas passt, ja dann passt es eben! Schauen wir uns doch rückblickend einmal an, wie und warum es zu diesem prägenden Klassiker der Gitarrengeschichte gekommen ist, aber auch welche Wirkungen das auf die Musik und die Spieler hatte.
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    Leo Fender ist nicht wirklich der Vater der E-Gitarre im eigentlichen Sinn – die lag sozusagen damals schon in der Luft, wurde in einem allgemeinen Klima des erfinderischen Aufbruchs fast zwangsläufig erfunden, so als käme man gar nicht drum herum. Das industrielle Zeitalter brachte rasante Neuerungen auf allen Feldern. Mit der wachsenden Wirtschaft nahm aber grundsätzlich auch die Lautstärke in den Städten zu. Für die Gitarren hieß das am Anfang des Jahrhunderts nichts anderes, als mit zu wachsen.
    Die „Battle of Width“ brachte in einem Wettlauf der Hersteller um ein konkurrenzfähiges Klangvolumen immense Korpusgrößen hervor und in den 20er Jahren versuchte man extra Lautstärke über Resonatoren zu gewinnen. Neben diesen noch rein akustisch orientierten Methoden gab es aber parallel dazu schon die Neue Welt, „Physik“ und „Elektrizität“ hießen hier die Zauberworte. Elektromagnetische Wellen ließen sich nutzen, um Töne zu transformieren.
    Signale konnten gewandelt, über große Entfernungen in Lichtgeschwindigkeit transportiert und empfangen werden – der Rundfunk war entdeckt und begann sich allerorts zu etablieren. Auch konnte man längst Tonmaterial konservieren, es gab Mikrofone und Plattenspieler. Klänge konnten eingefangen und in Wechselspannungen übertragen werden. Kein Wunder also, dass allerorts probiert und experimentiert wurde, ob denn nicht auch die Gitarre mit den neuen Möglichkeiten elektrifiziert werden könne – hier versuchte man es mit den Tonabnehmern der Plattenspieler, dort mit Mikrofonen.
    George Beauchamps, Manager bei National und fanatischer Bastler, gehörte zu den Männern mit den richtigen Ideen. Er entwickelte einen funktionstüchtigen Pickup für die Gitarre, den Horseshoe-Pickup, der schon ab 1932 in Lapsteels der Firma Ro-Pat-In in Serie gebaut wurde – und das waren reine E-Gitarren ohne akustischen Resonanzkörper. Natürlich flog er raus beim Resonator- Hersteller National … Der Weg zum Brett unter radikalem Verzicht auf den akustischen Klangkörper der Gitarre dauerte aber noch etwas länger.
    Hier nun tritt Leo Fender auf den Plan und schickt sich an, Geschichte zu schreiben. Denn im Gegensatz zum schlichten Hochverstärken eines gegebenen Sounds wie bei den Korpusgitarren der renommierten Hersteller Epiphone oder Gibson sollte sich nun zeigen, dass der Klang von Gitarren grundsätzlich neu definiert werden kann – eine Ära warf ihre Schatten voraus.
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    Die Geschichte mit dem Brett ist so eine Sache – da ist die Vaterschaft nicht ganz so eindeutig geklärt wie bei Boris Beckers Wäschekammer- Affäre. Da gab es durchaus Zeitgenossen von Leo, die ihm diese Erfindung streitig machen wollten. Merle Travis war einer davon, denn der hatte sich schon 1947 von einem gewissen Paul A. Bigsby eine richtige Brettgitarre bauen lassen. Diese war schon mit den markanten, auf einer Seite sitzenden, sechs Stimmmechaniken ausgestattet, die später ein Markenzeichen von Fender sein sollten.
    Die Kopfplatte mit dieser gereihten Wirbelanordnung geht auf alte europäische Vorbilder zurück, man schaue sich nur einmal Instrumente von Johann Georg Stauffer aus Wien oder frühe Martin- Gitarren des 19. Jahrhunderts an. Dieser Travis/ Bigsby-Headstock ähnelt aber auch sehr dem des späteren Stratocaster-Modells. Leo hatte die Bigsby-Gitarre wohl auch gesehen, vielleicht sogar einmal kurz ausgeliehen. Unbestreitbar aber ist die Tatsache, dass Leo Fender die Solidbody-Guitar (Brettgitarre) als erster in die industrielle Reihenfertigung brachte und damit Musikgeschichte schrieb.
    Im Juni 1950 wurde im „Musical Merchandise“- Magazin das Modell „Esquire“ mit einem einzelnen Tonabnehmer am Steg angekündigt und im Lauf des Jahres kam dann die E-Gitarre in die Welt, die nicht nur als „der“ Klassiker unter den Brettgitarren gelten kann, sondern sich darüber hinaus auch heute noch großer Beliebtheit erfreut. Zunächst lief es aber gar nicht gut an mit dem revolutionären neuen Modell. Don Randall, Vertriebschef für Fender-Produkte, musste auf der ersten Musikmesse viel Häme für diese seine Neuheit einstecken „I just got laughed out of the place“, erinnert er sich.
    Schneeschaufel und Kanupaddel nannte man die „Esquire“, die Verkäufe blieben aus, und es galt bei Fender einige dunkle Monate am Rande der Zahlungsunfähigkeit zu überstehen. Erst nach Einführung eines 2- Pickup-Modells und der Umbenennung in das moderner klingende „Broadcaster“ im November 1950 ging es aufwärts – und erstmals konnte man nennenswerte Verkäufe erzielen. Der Name der Gitarre indes war auch wieder nur von kurzer Dauer, da er dem von Schlagzeugprodukten des renommierten New Yorker Herstellers Gretsch zu sehr ähnelte.
    Man einigte sich kameradschaftlich und Fender verzichtete auf den Namen, brauchte allerdings noch die vorliegenden Logos auf, indem man einfach das Broadcaster abschnitt und nur das verbleibende Wort Fender auf den Kopf der Gitarren klebte – so kam es ab Februar 1951 für einige Monate zu der namenlosen Kuriosität „Nocaster“. Wie in den meisten anderen Fällen der Fender-Electrics auch, war es dann wieder einmal Don Randell, der mit Blick auf das anbrechende Zeitalter des modernen Fernsehens den bis heute gültigen Namen „Telecaster“ prägte, der seinen bleibenden Platz dann ab April 1951 auf der Kopfplatte der ersten großen Fender-Gitarre einnahm. Das Kind hatte einen Namen – die Legende Fender Telecaster war geboren.
    Es reicht nicht, eine gute Idee zu haben – man muss sie auch verkaufen können. George Fullerton, der schon seit 1947 für Fender arbeitete, berichtete von den Bemühungen, Musiker von den neuen Instrumenten zu überzeugen. Den vielleicht entscheidenden Durchbruch erreichte man mit dem Besuch eines Nightclubs in Los Angeles, in dem der Pedal-Steel Virtuose Speedy West mit seinem Gitarristen Jimmy Bryant auftrat. Leo und George hatten eine frühe Broadcaster mitgebracht, und nachdem Jimmy sich diese merkwürdige neue Gitarre in einer Spielpause gründlich angeschaut hatte, fing er an, sie zu spielen. Bereits nach kurzer Zeit drängten sich viele Besucher des Clubs, aber auch die übrigen Musiker der Band um die Bühne und lauschten mit offenem Mund diesen neuen Tönen.
    Die ungewohnt flache Saitenlage und das Cutaway der Fender Telecastereröffneten den spieltechnischen Horizont und der versierte Jimmy brachte spontan bis dahin ungeahnte Klänge zu Gehör. Natürlich überliess man ihm wohlweislich das Instrument und entfachte damit in kurzer Zeit ein regelrechtes Buschfeuer. Speedy West war ein Star und seine instrumentalen Duelle mit Jimmy Bryant wurden über viele Shows und TV-Auftritte zu einem Renner. So dauerte es nicht lange, bis jeder eine Gitarre wie die von Jimmy spielen wollte – und bei Fender liefen die Maschinen heiß.
    Leo Fender war ein genialer und einfallsreicher Techniker, aber nicht einmal ein ausgebildeter Ingenieur, wie oft zu lesen ist, und erst recht kein Gitarrist. Er konnte nicht einmal das Instrument stimmen und liebte singende Cowboys. Trotzdem muss er neben dem Blick auf das Wesentliche auch ein Gespür für die richtigen Details in Hinsicht auf die Spielpraxis und Klangentfaltung gehabt haben. Vor allen Dingen aber hatte er Glück bei der Wahl seiner Berater und Mitarbeiter wie George Fullerton, Freddie Tavares u. a. Was aber braucht es genau, um so einen Archetypen der Instrumentengeschichte wie die Fender Telecaster zu erfinden?
    Zunächst ist da die absolute Gradlinig- und Zweckmäßigkeit, die unsere „Mother of Twang“ aus der Masse heraus hebt – ein robustes Instrument ohne überflüssigen Schnickschnack für den ehrlichen Arbeiter gemacht, der den Ton mit den Fingern erzeugt und aus dem Wenigen ein Maximum gewinnt. Dritter Pickup, Vibrato-System, individuelle Volumen- und Tonkontrollen, Body-Konturen? „They’re for candy asses!“ Da ist z. B. diese gern zitierte Geschichte von Michael Bloomfield, der an einem frostigen Wintertag in eine Session mit Bob Dylan in New York hineinstolpert, in der Hand nichts als eine ungeschützte Tele.
    Nachdem er die an die Studiowand geschlagen hat, um sie vom Schnee zu befreien, grinst er in die Runde: „Ready!“ Das sagt mehr über das Arbeitstier Telecaster und seine Spieler aus, als alle Umschreibungen. Neben der Klarheit der Funktion ist es aber natürlich der charakteristische Sound, die große Glocke, das universell gültige „It don’t mean a thang if it ain’t got that twang“, was die Telecaster unsterblich machte. Twang – was ist das überhaupt?
    Schraubhals: Fender Telecaster
    Dieter Stork
    Die Fideli’Tron-Pickups sind in der Tat fidel!
    Dieter Stork
    Schraubhals: Fender Telecaster
    Dieter Stork
    Gar nicht so leicht zu sagen. Die Wörterbuchauskunft „schwirren“, „näseln“ trifft die Sache denn auch nicht wirklich. Grenzen wir es zumindest ein. Den typischen „Twang“ erreichen wir eigentlich durch eine Spielhaltung, in der die Saite z. B. mit knapp gefasstem Plektrum kurz und trocken angeschlagen, dabei aber eher gedrückt wird, so dass neben dem sich natürlich ein schwingenden Ton ein leicht gepresstes obertonreiches „Schwirren“ entsteht. Der Ton erscheint perkussiv gedrückt, wirkt wie abgefedert und öffnet sich mit leichtem booiiing (hab ich nicht gesagt, dass dies eigentlich nicht zu beschreiben ist?). Die Telecaster setzt nun diesen speziellen Ton vor allem über ihren auf eine Metallplatte montierten Stegtonabnehmer wie keine andere Gitarre leichtfüssig und knackig in Szene.
    Die übrige Konstruktion unterstützt dazu mit dem schnellen Tonreflex eines geschraubten Ahornhalses und den Resonanzeigenschaften der leichten Esche genau die richtigen Frequenzen und tonalen Eigenschaften, die wir als typischen Tele-Sound kennen und schätzen. Mit diesem leicht schneidenden Ton muss man allerdings auch umgehen lernen, er braucht Kontrolle und gelegentlich ist weniger hier auch mehr. So ist bei aktivem Steg-Pickup der knochentockene Twang der Bass-Saiten oft besser zu ertragen, als der tendenziell spitze, schrille Ton der hohen Saiten. Mutet (dämpft) der Spieler die Saiten mit der rechten Hand, so entstehen wunderbar konturiert tönende Sounds mit u. a. viel Country- Appeal.
    Der Hals-Pickup ist zwar nicht unbedingt der Twang-Master, aber dafür erfüllt er viele Aufgaben jenseits der eher bissig-gepressten Klangentfaltung des Steg-Pickups. Er singt und neigt zu Ballade und Blues, zeigt sich also durchaus flexibel. Darüber hinaus verschmelzen beide Pickups zusammen zu einem wunderbar perlenden glockig-runden Sound, der vielfältig nutzbar ist.
    Was nach der erfolgreichen Infektion der aufstrebenden Gitarristengeneration der 50er Jahre mit dem Telecaster-Virus passierte, ist weitgehend bekannt. Ausgehend vom amerikanischen Kontinent mit seinem Country, Rock ‘n’ Roll, Blues und Soul erobert die allgegenwärtige Telecaster nach und nach die Welt. Obwohl die Fender Telecaster schon bald nach ihrer Markeinführung in so gut wie jeder nordamerikanischen Country-Band ihren festen Platz fand und damit in die Gefahr geriet, zum Synonym für diese Stilistik zu werden, gelang es ihr doch nach und nach, sich auf leisen Sohlen auch in andere aufstrebende Musikrichtungen vorzukämpfen. Elektrische Blues-Pioniere wie Muddy Waters und Albert Collins gewannen der Telecaster neue Töne ab, der Rock ‘n’ Roll brach sich Bahn und öffnete bis dahin unbekannte Wege, die von jungen Musikern wie James Burton mutig beschritten wurden und der Telecaster die Tore für die explosionsartige Entwicklung der Beat- und Rock-Musik der 60er Jahre weit öffnete.
    In Amerika machten die Soulstars Otis Redding, Sam Dave, Wilson Pickett u. v. a. von sich reden; und hinter vielen Hits wie ,Dock Of The Bay‘, ,Midnight Hour‘ oder ,Knock On Wood‘ stand ein Mann mit seiner Fender Telecaster: Steve Cropper. Kaum zu glauben, dass ein weißer RB-Spieler wie Cropper hinter diesen Soul-Klassikern steckt und sie nicht nur als Co-Autor schrieb, sondern meist auch die sparsame geschmackvolle Gitarrenarbeit lieferte. Bekannt wurde er zudem mit den Hits ,Green Onions‘, ,Soul Limbo‘ u. a. von Booker T. And The MGs, später durch seine Arbeit in der Blues Brothers Band – alles mit der Telecaster handgearbeitet. In England bedienten sich alle späteren Gitarrenhelden der Rock-Geschichte der Fender Telecaster. Ob Jeff Beck, Eric Clapton, Pete Townshend oder Keith Richards, um nur einige zu nennen, sie alle setzten Tele-Klangmarken mit unverkennbarem Fingerabdruck.
    Mancher Spieler verpasste aber auch die Telecaster durch einfaches Versehen. So ist einer der wichtigsten frühen Vertreter der Stratocaster, Hank Marvin von den Shadows, damals während der Arbeit für Cliff Richard nur durch einen Irrtum an die Strat gekommen. Eigentlich wollte er nämlich unbedingt die Gitarre, die ihrer aller Vorbild James Burton in Rick Nelsons Band spielte, aber damals, bis Ende der 50er Jahre, gab es als Kriegsfolge noch ein Importverbot für amerikanische Instrumente nach England.
    Allerdings hatte man sich schon bald einen viel bestaunten farbigen Fender- Katalog direkt aus Kalifornien schicken lassen. Der einzige Hinweis auf die Verbindung Fender/Burton beruhte nun aber auf einem Foto der Rick-Nelson-Band, wo man gerade einmal das Fender-Logo auf einer Kopfplatte hatte ablesen können. Man ging aber wie selbstverständlich davon aus, dass eine Legende wie Burton zweifellos das top-of-theline- Instrument spielen würde und Cliff organisierte daraufhin den privaten Import der ersten Fender Stratocaster nach Großbritannien. Der Shadows-Sound ist folglich das Ergebnis einer Verwechslung (!!!); Marvin hätte die von Burton gespielte Telecaster bestimmt nicht abgewiesen – manchmal schreibt aber eben auch der Zufall Geschichte.
    Die klare Linie und die handliche Größe der Fender Telecaster hatte eine deutlich positive Wirkung auf die weibliche Hälfte der Erdbevölkerung – das machte sie zu Fenders beliebtesten „Mädchengitarre“. Vielleicht sind es bei den Frauen eher die Songwriter als die Guitar-Heroines, die sich der Telecaster bedienen. Es ist wohl der Sound, die perfekte Ergänzung zur Stimme, die etwa Chrissie Hynde für Songs wie ,Brass In Pocket‘ zur Tele greifen ließ. Ähnlich mag es sich bei Sheryl Crow verhalten, der die Telecaster ebenfalls wie angegossen sitzt. ,All I Wanna Do‘ – da kann man schon Spaß haben mit unserem guten alten Evergreen von Gitarre.
    Oder nimm Meredith Brooks, die sich gern mit einer ’52er Relic Telecaster sehen lässt, aber auch ein originales altes, wie sie sagt ihr wichtigstes Gitarren-Modell überhaupt besitzt und diesem Instrument mehr als nur Akkorde abringt: Nein, Meredith mischt auch als Solistin locker so manchen Gitarristen- Stammtisch auf und das natürlich mit gutem Recht.
    Die telegene Damenriege lässt sich mühelos erweitern von Kristin Hersh und Sharleen Spiteri (Texas) bis P.J. Harvey, über die kanadische Blueslady Sue Foley, die australische Sängerin/Gitarristin Suze De- Marchi (Baby Animals) bis hin zu Jewel – alle diese Künstlerinnen, und das sind, bis auf Chrissie Hynde, ja alles durchweg junge Frauen, greifen zur alten Telecaster, finden in ihr die ideale Ergänzung. Von Ausnahmen wie Bonnie Raitt und Leni Stern einmal abgesehen können wir durchaus behaupten: Eindeutiger als bei den Männern geben die Spielerinnen der Tele den Vorzug vor der Strat.
    Wie auch immer – die Fender Telecaster hat sich jedenfalls tief in unser Klangbewusstsein eingegraben. Schaut man genauer hin, so deckt sie eine immense Bandbreite an Einsatzpunkten in unterschiedlichsten Genres ab. Welten liegen zwischen James Burton und Keith Richards, Steve Cropper und Johnny Lang, Jeff Beck und Danny Gatton, zwischen Andy Summers und Mike Stern – die Liste ließe sich endlos fortführen. Neben den klassischen Telecaster-Pickings der Country- Gitarristen verdanken wir ihr, wie oben schon zu lesen war, zahlreiche Trademark- Sounds der Musikgeschichte. Was wären die Stones ohne das Tele-Brett des Keith Richards!
    Und Albert Collins auf einer Les Paul? Undenkbar! Otis Redding verschmilzt förmlich mit Steve Croppers Telecaster und das Solo der Mutter aller Rock-Balladen, Led Zeppelins ,Stairway To Heaven‘, spielte Jimmy Page, auf …? Na klar, einer Telecaster, mit der er übrigens auch das komplette erste Album der Rock-Legende einspielte! Die Telecaster hatte er wahrscheinlich auch bei den sparsamen Lead-Licks von Joe Cockers Hit ,With A Little Help From My Friends‘ oder dem unglaublich packenden Solo von dessen End-60er-Ballade ,Bye Bye Blackbird‘ im Einsatz.
    Aber auch der schweißdurchtränkte Rock-Worker Bruce Springsteen sucht und findet in ihr sein instrumentales alter ego, Latino-Star Ricky Martin wartet in seinem Hit ,Living La Vida Loca‘ mit Gitarren-Hooklines im klassischen Tele-Twang auf, Robben Ford will nicht ohne sie auf die Bühne. Selbst Jazz- Stars wie Howard Roberts bekennen sich zur Tele, nehmen sie zu jeder Recording-Session mit, ganz zu schweigen von den vielen jungen Bands, in denen unsere Protagonistin ganz cool und immer noch hochaktuell mitmischt. Ob man nun zu Blur oder Dylan, zu P.J. Harvey oder Tom Petty, zum Blues- oder zum Punk-Konzert geht: Die Fender Telecaster ist immer schon vorher da.
    Sie ist von zeitloser Attraktivität, ein Klassiker ohne Limit, der sich selbst treu geblieben ist, über die Jahre gleichwohl immer wieder Abwandlungen erfahren hat und heute in vielen Varianten zur Verfügung steht (s. u.). Fängt man erst einmal an zu recherchieren, so merkt man bald, wie selektiv die Auswahl bleiben muss. Die „Big Twang Mama“ entzieht sich einer eindeutigen Bewertung, will sich nicht festlegen lassen auf einzelne musikalische Felder, ihr gehört heute die ganze Welt, vor allen Dingen die, in der die E-Gitarre eine Rolle spielt. Mit der Tele im Arm können wir folglich relativ gelassen in die Zukunft schauen.
    Solange noch irgendwo irgend etwas rockt und rollt und bluest, funkt, popt oder jazzt, solange wird die Tele bei Fuß sein und uns zeigen, wo der Hammer hängt. Also auf in die nächsten 50 Jahre! P.S.: Wie bitte? Da fehlten noch einige wichtige Tele-Spieler? Aber sicher: Roy Buchanan, Peter Stroud, Robbie Robertson, Rich Robinson, Syd Barrett, Will Sergeant, Albert Lee, Sam Brown, Jerry Donahue, Will Ray, Joe Strummer …

    Mehr zur Thema Fender Telecaster und anderen Fender Gitarren findest du in unserer Fender Sonderausgabe

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    Die erste Premiere des Jahres am Gong-Theater für Kinder und Jugendliche

    Ausgabe Nr. 2565

    Ausgabe Nr.

    Szenenfoto mit Raluca Pavel, Lucia Barbu, Alexandra Ioana Şerban und Eleonora Coșuleț (v. l. n. r.).Foto: Cynthia PINTER

    „Unsere Geschichte beginnt irgendwann um das Jahr 1938, in einer der ersten gemischten Schulen, irgendwo am Rande der Stadt Chicago“. Wanda ist mit ihrer Familie aus Polen hierher gezogen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Wanda trägt in der Schule jeden Tag dasselbe fadenscheinige blaue Kleid obwohl sie sagt, dass sie zu Hause in ihrem Schrank hundert wunderschöne Kleider hat. Die anderen Kinder in ihrer Klasse glauben ihr das natürlich nicht, und als Peggy anfängt, Wanda deswegen tagtäglich zu hänseln, machen alle mit. Der Roman „Die hundert Kleider“ von Eleanor Estes wurde als Theaterstück unter dem Titel „Wanda“ von Radu Apostol am Gong-Theater inszeniert. Die Premiere hat am 30. Januar stattgefunden.

    Die Vorstellung, die für Kinder ab 10 Jahren freigegeben ist, wurde sehr gut besucht. Die Erwartungen waren dementsprechend groß, vor allem da das in dem Stück angesprochene Thema der Fremdenfeindlichkeit ein hochaktuelles ist. Die so unscheinbare, in der hintersten Bank sitzende Wanda, wird zum Opfer, weil sie anders spricht, anders aussieht, anders riecht und letztendlich anders denkt als die anderen. Es stellt sich heraus, dass Wanda gar nicht gelogen hatte, als sie behauptete hundert Kleider zu haben. Wanda hatte tatsächlich hundert Kleider daheim im Kasten. Gezeichnete. Herrlich gezeichnete. Doch als ihre Mitschüler das erkennen, ist es für eine Entschuldigung schon zu spät, Wanda und ihre Familie sind weggezogen.

    Unser Bild (v. l. n. r.): Peggy (Eleonora Coșuleț) und Maddie (Barbara Crişan) hören ungläubig zu, wie ihnen Wanda (Alexandra Ioana Şerban) von ihren hundert Kleidern erzählt. Foto: Cynthia PINTER

    Die Inszenierung ist teilweise sehr dramatisch und nichts für sensible Gemüter. Auf dem Höhepunkt der Mobbing-Attacken ihrer Klassenkollegen, wird Wanda nämlich an den Haaren gezogen, geschubst und getreten. Einige Zuschauerinnen gaben nach der Vorstellung zu, ein oder zwei Tränen vergossen zu haben. Ein großer Applaus gebührt den Schauspielerinnen und Schauspielern Anton Balint, Lucia Barbu, Paul Bondane, Eleonora Coșuleț, Barbara Crişan, Sebastian Gîlcă, Raluca Pavel, Adrian Prohaska und Alexandra Ioana Şerban, die ihre Rollen sehr glaubwürdig interpretiert haben. Eleonora Coșuleț interpretierte die Rolle von Peggy hervorragend, doch auch Barbara Crişan gab eine sehr gute Maddie ab. Die Hauptrolle der Wanda übernahm Alexandra Ioana Şerban.

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    Seit Oktober 2014 ist der ehemalige Möbelhändler und Bürgermeister Joko Widodo (genannt Jokowi) als siebter Präsident und gleichzeitig Regierungschef Indonesiens im Amt. Neben der gezielten Diversifizierung der indonesischen Wirtschaft hat Jokowi die Verringerung der sozialen Ungleichheit zu einem Kernanliegen seines Regierungsprogramms erklärt. Das neue Narrativ für das angestrebte Wirtschaftsmodell ist auch bereits gefunden: (Ekonomi berkeadilan). In diesem Sinne hat er veranlasst, dass deutlich mehr Gelder in ländliche Regionen und Dörfer sowie in die wirtschaftlich abgehängten Ost-Provinzen des Landes kanalisiert werden. Mit dem Aufbau eines sozialen Sicherungssystems für die Gesamtbevölkerung beabsichtigt er den sozialen Zusammenhalt zu festigen und die Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft zu schaffen. Sollte er hiermit Erfolg haben, entsteht in Indonesien einer der größten Sozialstaaten der Welt.

    Indonesiens Entwicklung ist trotz der gezielten Unterstützung ländlicher Regionen wie viele Länder weltweit durch eine zunehmende Urbanisierung mit den damit verbundenen Herausforderungen für die urbanen Ballungszentren sowie das Hinterland charakterisiert. Existentiell für eine nachhaltige Entwicklung wird dabei sein, durch eine inklusive und partizipative Stadtentwicklungspolitik ausreichend bezahlbaren Wohnraum, bezahlbaren Transport und soziale Räume für die dort lebenden Menschen bereitzustellen.

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    Neben klaren und repräsentativen Bekenntnissen für einen vergleichsweise moderaten, progressiven und reformistischen Islam gibt es bedauerlicherweise einen Trend gesellschaftlicher und religiöser Intoleranz sowie eine kleine Gruppe von Radikalen, die die Staatsideologie Pancasila ablehnt und zur Durchsetzung ihrer Ziele auch vor Gewalt nicht zurückschreckt. Eine Herausforderung, der sich der indonesische Staat mithilfe zivilgesellschaftlicher Organisationen und auf der Grundlage der Pancasila im bevölkerungsreichsten islamischen Land der Erde stellt.

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